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Das wäre geschafft: Jetzt bin ich offiziell MAMA und irgendwo zwischen Wickelkommode und Schreibtisch zu finden. Wie es jetzt weiter geht, was dabei alles auf mich zukommt, wie es sich anfühlen wird, wie ich mit der neuen Rolle umgehenwerde,... ich werde es erleben und ihr werdet es hier lesen können. Erreichen kann man mich unter: mama-to-go@web.de

Dienstag, 23. Oktober 2012

Wenn das mal so einfach wäre

Die Sache mit Berlin hat Fynn sich wohl ganz anders vorgestellt als ich. Dass er keine Lust hat auf Stadtbesichtigungen und ähnliches, war mir natürlich klar. Selbst eine Sightseeing-Tour möchte ich ihm nicht zumuten. (Ich habe die Stadt selbst auch schon oft genug von ihrer touristischen Seite gesehen.) Aber das so gar nichts geht… heute Vormittag hat er mal wieder das Frühstück und das Schläfchen danach boykottiert. Das Frühstück in dem er erst geschrien hat, weil er so ungeduldig war und ich ihm das Brot nicht schnell genug schmieren und schneiden konnte und weil er dann als er satt war aus Langeweile geschrien hat. Eigentlich danach wieder richtig müde, hat er noch eine warme Milch bekommen und ich habe ihn ins Bett gelegt. Das war dem kleinen Prinzen aber leider auch nicht recht. Dementsprechend habe ich ihn nach geraumer Zeit wieder aus dem Bett geholt, bin aber mit ihm im Hotel geblieben, um nicht wieder alle Menschen außerhalb zu „belästigen“ und weil ich die Hoffnung hatte, dass er später im Laufe des Vormittages doch noch mal schlafen wird….

Dem war nicht so.  

Heute Nachmittag war ich dann wirklich guter Dinge: Der Mittagsschlaf hat über eine Stunde gedauert und Fynn war danach sogar richtig gut drauf. Also habe ich ihn eingepackt, uns ein U-Bahn-Ticket geholt und wir sind los. Ziel sollte eines der tollen Familien-/Kindercafés sein. Dieses Ziel haben wir allerdings nicht erreicht. Kaum saß er im Kinderwagen und wir waren unterwegs ging es wieder los. Ich kann es ja nachvollziehen, dass er lieber krabbelt und tobt, anstatt still zu sitzen, aber deswegen wollte ich mit ihm ja auch in ein Café wo das möglich ist. Mir ist aber die Geduld schon vorher ausgegangen, also sind wir ein kurzes Stück durch die Stadt gelaufen und dann mit der nächsten U-Bahn wieder zurück zum Hotel.

Wie das die nächsten Tage werden soll? Keine Ahnung. Natürlich könnte ich ihn auch einfach zeitweise abgeben an meine Eltern – die würden sich sehr freuen – und mich alleine auf den Weg machen. Aber das ist ja nicht das was ich möchte. Ich habe mich darauf gefreut mit Fynn zusammen ein paar schöne Tage zu verbringen. Als wir an der Nordsee waren hat das doch auch wunderbar funktioniert. Da haben wir sogar eine Fahrradtour gemacht und Fynn saß den ganzen Tag im Anhänger und war zufrieden. Diese Phase ist jetzt wohl vorbei. Oder liegt es an mir? Bin ich selbst zu angespannt? Klar, ich versuche jede freie Minute zu lernen und habe auch letzte Nacht noch sehr lange am Schreibtisch gesessen, aber eigentlich schalte ich doch wirklich ab bzw. um wenn ich mit Fynn zusammen bin. Und ich hatte mich richtig gefreut auf den Ausflug.


Es ist nicht nur, dass er dann schlechte Laune hat und anfängt zu weinen oder schreien. Er hat wieder richtige Zornausbrüche. Kann das gar nicht wirklich beschreiben. Er ballt die Hände zu Fäusten, verzieht das Gesicht vor Anspannung und zittert dabei vor Wut. Wenn man das das erste Mal beobachtet, sieht es sogar lustig aus. Aber da es im Moment so häufig vor kommt, mache ich mir doch Sorgen. Oder besser gesagt Gedanken: Warum macht er das? Wie soll ich darauf reagieren? Ignorieren und dem ganzen versuchen keine Beachtung zu schenken? Ihn schimpfen? Sagen, dass er das lassen soll? Ihm ruhig sagen, dass das nichts bringt. Das letzte klingt wohl am Besten. Fruchtet bis jetzt nur leider nicht.

Ja, das Thema mit der Erziehung. Wo fängt sie an, wo hört sie auf? Im Grunde ist alles Erziehung. Alles was ich tue, wie ich mich selbst verhalte, wie ich reagiere. Ob ich angespannt bin, schnell verzweifelt, gut gelaunt,… Mir fällt gerade nicht ein, wer diesen schlauen Satz gesagt hat, aber irgendwer hat mal behauptet, dass es nichts bringt seine Kinder zu erziehen, sie machen einem sowieso alles nach. - Wenn das mal so einfach wäre.

Dann sollte ich mal versuchen die nächsten beiden Tage, die wir noch in Berlin haben, gut gelaunt, locker und für jeden Spaß zu haben zu sein… und hoffen, dass er es mir nachmacht und wir nicht die nächsten Tage im Hotelzimmer bleiben müssen. ;) Gelernt habe ich eh schon so viel, dass es die nächsten Tage ausreichen sollte, wenn ich abends am Schreibtisch sitze.  (HOFFNUNG)

Kommentare:

  1. Mein Kleiner hat auch immer wieder Zornanfälle, wir als Mütter wissen ja dass das "normal" ist, trotzdem ist es schwer jedes Mal zu überlegen was man jetzt machen soll, normal reden hilft eh nicht. Ich halte mein Sohn (soweit) es geht einfach ganz fest, streichel ihn und sag das ich ihn ganz arg lieb habe. Er beruhigt sich dann viel schneller wie wenn ich ihn ignoriere. Die Kinder können in diesem Moment nichts dafür. Ich rede hier auch von den richtigen Zornanfällen, mit Schreien, Zittern, ganz außer sich sein und so. Ach wir machen das schon irgendwie richtig, so ganz intuitiv.
    Wünsch Dir ne schöne Zeit, liebe Grüße
    Sarah
    PS. Danke für den lieben Kommentar:o)

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  2. Echt? Wahnsinn! Mal abgesehen dafür, dass ich dich beneide, wenn du in solchen Situationen so liebevoll reagieren kannst... aber, ich habe dann Angst, dass das meine Tochter dann noch bestärkt in dem was sie tut, da es dann ja "richtig" zu sein scheint. ... oder?

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